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Perspektiven für das Schwarzenbruck von Morgen

von | 13. Mrz 2020 | Aktuell, Programm, Wahlen | 0 Kommentare

Auch wenn Schwarzenbruck sich keine Sorgen machen muss, in den nächsten Jahren zu schrumpfen oder gar in wirtschaftliche Schwierigkeiten zu geraten, so sollten wir uns dennoch nicht mit dem Istzustand zufrieden geben. Lasst uns viel mehr mit zukunftsweisenden Ideen in den Dialog treten, uns auf auf die Stärken unseres Dorfes besinnen und die eigenen Möglichkeiten für ein außergewöhnliches Gemeindeklima aktivieren. Die voranschreitende Urbanisierung und Megatrends wie die Silver Society, sprich die zunehmende Lebenserwartung unserer Ältesten und deren steigende Zahl, verändern das gemeinschaftliche Miteinander in unseren Dörfern auf lange Sicht. Wir müssen uns mit diesen Veränderungen bevorzugt befassen um die Chance zur Partizipation verstärkt zu nutzen.

Aus diesem Grund haben sich auch bereits zahlreiche Studien und Institute mit der Frage beschäftigt, wie das Dorf von morgen ein „Comeback“ erleben kann. Dieses Expertenwissen sollten wir uns zunutze machen, um auch Schwarzenbruck weiter zu beleben und die Vorteile des ländlichen Raums stärker zu betonen. Darüber hinaus sind aber auch der eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt. Wirft man einen Blick in manch andere Gemeinde, wie diese ihre Potentiale nutzt, um sowohl das eigene Wohl, als auch das ihrer Umwelt zu beflügeln, packt einen förmlich schon die Unternehmungslust. Worauf warten wir?

Das Dorf Lünne bei Lingen zum Beispiel hat den ersten Platz des bundesweiten Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ belegt. Es hat den ersten Platz gewonnen, weil die Gemeinde einen Dorfdialog ins Leben gerufen hat. Gemeinsam haben sie Ideen gesammelt, wie man sich für die Zukunft aufstellen könnte und dabei eine geschlossene Vision ihrer Gemeinde entwickelt. So etwas spornt an, so etwas belebt, so etwas bewegt. Seit kurzer Zeit gibt es nun bei ihnen wieder einen kleinen Supermarkt im Dorf, welcher auch als Treffpunkte für sowohl Jugendliche, als auch Senioren dient.

Nicht jedem mag das so einfach fallen, aber wo ein Wille, da bekanntlich auch ein Weg. So hat sich das Dorf Busenhausen im Westerwald einfach Unterstützung eingeholt. Es beauftragte Frau Franzen vom Geographischen Planungsbüro in der Position einer Dorfmoderatorin damit, die weitere nachhaltige Dorfentwicklung gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern zu planen und zu organisieren. Daraus ist unter anderem eine Dienstleistungstauschbörse entstanden. Die Währung: Arbeitszeit! Ein ganz hervorragendes Konzept aus unserer Sicht, bedienen wir uns gegenseitig unserer Fertigkeiten, teilen wir unser Wissen und lernen uns dabei sogar noch besser kennen! 3x Haareschneiden gegen „ich passe heute Abend auf deine Kinder auf“. Du brauchst Hilfe mit deinem Dach? Kein Problem, dafür mähst du meinen viel zu großen Rasen – klingt fair! Außerdem würde es uns doch stark wundern, wenn unsere Großeltern die einzigen sind, die Schwierigkeiten mit neumodernen Geräten haben… Wir helfen Ihnen gerne!

Nicht weit von hier, etwa auf halber Strecke nach Stuttgart, hat es eine engagierte Gruppe von engagierten Bürgern sogar geschafft, eine ganze Gemeinschaft mit inzwischen über 150 Mitgliedern zu gründen, die ihren Traum eines ökologischen, nachhaltigen und sozial gerechten Miteinanders leben. Das Dorf nennt sich Tempelhof, beherbergt mehrere Großküchen, Werkstätten und Gewerbeflächen, eine Schule, sowie zunehmend mehr Land, das es zur Selbstversorgung bewirtschaftet. Verwaltet wird das Ganze lediglich mit Hilfe von Basisdemokratie und durch eine geförderte politische Mitbestimmung.

Die Bunte Liste Schwarzenbruck ist davon überzeugt, dass der wichtigste Aspekt für die Entwicklung des Dorfes darin liegt, die Bürgerinnen und Bürger stärker in diesen Prozess einzubinden. Wir wünschen uns ein Bürgerforum für Schwarzenbruck, um Ideen und Anregungen unserer Mitmenschen zu sammeln, auszutauschen und weiterzuentwickeln. Für eine Gemeinde, in der sich alle wohlfühlen, müssen wir generationenübergreifende Begegnungspunkte verschiedenster Art schaffen, damit wir uns besser kennen, uns gegenseitig helfen und voneinander lernen. Lasst uns den Dorfkern wieder als attraktiven Treffpunkt, der zum Verweilen einlädt, gestalten. Hierfür brauchen wir mehr Raum für uns Menschen und weniger Raum für das KFZ. Um das zu erreichen, benötigen wir ein längst fälliges, konzeptionell verzahntes Verkehrswegekonzept, welches Radwege, verkehrsberuhigte Zonen, breite Fußwege, sichere Straßenquerungen und eine Beruhigung der B8 vorsieht. Wer die Dörfer beleben will, muss den Verkehr entschleunigen! Lediglich ein schönes Wohnumfeld reicht nicht aus, denn gerade die vielen Berufspendler, die früh aufbrechen und abends erst sehr spät zurückkehren, tragen nicht zu einer Belebung eines Dorfes bei. Es muss auch Arbeitsplätze geben. So paradox es auch klingen mag: Gerade die Globalisierung und der moderne Datenverkehr können bei dieser Sache helfen. Eine Smartphone-App könnte zum Beispiel sowohl die Personenbeförderung, als auch die ohnehin völlig unwirtschaftliche Paket- oder Güterbeförderung unterstützen und Privatpersonen dabei auch noch die Möglichkeit geben, sich etwas dazuzuverdienen.

Nutzen wir das Potential des Plärrers und der Bürgerhalle stärker, so dass jeder Bürger und jede Bürgerin die Halle für Festivitäten buchen kann. Ein neues Jugendzentrum in der Mitte des Dorfes könnte gleichzeitig ein Mehr-Generationen-Treff werden. Erhalten wir unsere wunderschöne Natur mit dem Alten Kanal und der Schwarzachklamm – hierfür fehlt bislang ein umfangreiches Baumkataster, eine Art Krankenakte der Bäume. Nutzen wir die Grünflächen Schwarzenbrucks nachhaltig, übertragen wir das Urban Gardening in die dörfliche Struktur und legen wir zahlreiche insektenfreundliche Beete an. Lassen wir den verklärten Charme des Dorfes aufleben, erhalten wir architektonisch wertvolle und schöne Gebäude und verscherbeln diese nicht, so dass sie verkommen oder gar abgerissen werden. Eine blühende Kultur lebt von Vielfalt, wobei die Vielfalt nicht in Konkurrenz zueinander treten darf, sondern sich vernetzen muss. Ein von uns geforderter Kulturbeauftragter kann sich um die Anliegen der für das Dorf so wichtigen Vereine kümmern, diese zusammenführen und alle gleichermaßen fördern. Machen wir doch mehr Dorffeste für alle, auch mit allen Vereinen. Mit dieser Vision hat die Bunte Liste nun schon zum zweiten Mal erfolgreich zu dem Dorffest „Schwarzenbruck ist Bunt“ geladen. Unsere Gemeinde hat eine bunte Zukunft, wir müssen es nur angehen. Packen wir es gemeinsam an, lasst uns gemeinsam großartig leben!

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